Wie das International Maritime Bureau (IMB) am Mittwoch bestätigte, besteht die Besatzung des im Golf von Guinea gekaperten Öltankers „Energy Centurion“ aus 24 Russen. Woitenko, Gründer des russischen Marine-Newsletters „Sovfracht", kommentierte:
„Die Angreifer kaperten das Schiff, um Zugriff auf das Frachtgut zu bekommen. Teure raffinierte Ölprodukte werden aus Europa und Amerika nach Westafrika geliefert – und werden von Piraten manchmal unterwegs abgefangen. Die dortigen Seeräuber nehmen nicht Trockenfrachter, sondern eben Tanker ins Visier“.
Dass geschehe im Golf von Guinea immer wieder, so Woitenko. Zehn Tage vor dem Angriff auf die „ Energy Centurion“ sei dort ein britischer Tanker mit einer russisch-philippinischen Besatzung entführt, das Frachtgut ausgeplündert worden:
Fünf Tage später wurde die Besatzung freigelassen. Diese Seeräuber interessieren sich also nicht für Geiseln. Dadurch unterscheiden sie sich von den somalischen Piraten, die für die gekaperten Schiffe und deren Besatzungen Lösegeld fordern“.
Das bedeute allerdings nicht, dass keine Lebensgefahr für die russische Besatzung bestehe. Die Piraten im Golf von Guinea seien noch „blutdurstiger“ als vor Somalia: Sie „pfeifen“ laut Woitenko darauf, ob die Besatzungsmitglieder am Leben bleiben, denn man brauche keine Geiseln. Woitenko riet deshalb von den Versuchen ab, die Russen gewaltsam zu befreien. In mehreren Tagen werde es Klarheit geben, dann sei die Freilassung wahrscheinlich zu erwarten.
Die „Energy Centurion“, die unter der Flagge der britischen Isle of Man fährt und einer griechischen Reederei gehört, war am Dienstag gekapert worden. Das geschah 30 Kilometer von der togolesischen Hauptstadt Lomé entfernt. Die Besatzung konnte ein Alarmsignal senden. Ein togolesisches Küstenwachschiff näherte sich dem Tanker, es kam zu einem Schusswechsel mit den Seeräubern. Trotzdem konnten die Angreifer mit dem gekaperten Schiff in Richtung Benin fliehen.
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