13 Januar 2013, 18:44

Beilegung der syrischen Krise in Sicht

Beilegung der syrischen Krise in Sicht

Lakhdar Brahimi und die hochrangigen Diplomaten Russlands und der USA, Michail Bogdanow und William Burns, haben am Freitag Wege zur Beilegung der syrischen Krise besprochen. Die Verhandlungsparteien sind mit dem konstruktiven Meinungsaustausch zufrieden und haben vor, ähnliche Beratungen auch weiterhin zu führen. Konstantin Garibow berichtet über die Einzelheiten

Die Teilnehmer der Genfer Beratungen sind übereingekommen: Es ist notwendig, Blutvergießen, Zerstörungen und Gewalttaten in Syrien so schnell wie möglich zu beenden. Dabei betonte Lakhdar Brahimi, dass Moskau über die aktuelle Lage nicht weniger besorgt sei, als Washington. Der Meinungsaustausch mit Michail Bogdanow überzeugte ihn davon, dass die russische Seite eine durchaus ernsthafte Absicht habe, zur Beilegung der syrischen Krise beizutragen. Moskau behauptete seinerseits, die Mission von Lakhdar Brahimi völlig zu unterstützen. Damit sind die noch vor dem Treffen verbreiteten Gerüchte über angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den drei Seiten niedergeschlagen worden.

Als Anlass dazu diente Brahimis skeptisches Verhalten gegenüber den jüngsten Initiativen des syrischen Präsidenten sowie seine Äußerung, dass Bashar al-Assad zurücktreten müsse. Moskau hingegen glaubt, dass nur das syrische Volk über die Zukunft Syriens und seines Präsidenten entscheiden sollte. Syrien mit Assad und Syrien ohne Assad. Die beiden Ausgänge seien möglich, meint Leonid Issajew, Experte an der Hochschule für Wirtschaft.

"Das Problem kann von den Syriern selbst gelöst werden, wenn al-Assad bis 2014 durchhält. Dann sollen die Präsidentenwahlen stattfinden, bei denen die Syrier entscheiden, ob sie mit oder ohne Assad bleiben wollen. Ein freiwilliger Rücktritt Assads würde heute die Auflösung der Krise beschleunigen. Doch Assad muss einen Nachfolger finden, der allen recht wäre, auch der äußeren Opposition. Darin besteht die Schwierigkeit. Es ist extrem schwer, einen solchen Nachfolger zu finden. Denn er muss auch die Sicherheit der Umgebung Assads garantieren, sonst würde Assads Rücktritt einen Verrat bedeuten".

Das Verhalten von Moskau, Teheran und Peking gegenüber Assad ist eines der meist diskutierten und zugleich wichtig sten Themen. Wobei das nicht nur die Beilegung der syrischen Krise, sondern auch die künftige geopolitische Lage betreffe, glaubt der Orientalist Stanislaw Tarassow.

"Moskau hat seine Haltung schon mehrmals geäußert und dabei betont, keinen Verteidiger Assads zu sein. Es geht darum, diesen komplizierten Prozess in den Rechtsraum zu bringen. Warum? Weil es zu einem großen Chaos kommt, falls die Umwälzungen im Nahen Osten außerhalb der gesetzlichen Schranken geschehen. Syrien ist in drei Teile gespalten. Ägypten kann sich sogar in vier Teile spalten. Im Irak verschärft sich der Kampf zwischen Bagdad und Arbil, Hauptstadt der Region Kurdistan. Es entstehen neue einflussreiche Kräfte, die die Gründung neuer Staaten und die Änderung der heutigen Staatsgrenzen fordern. All diese Probleme müssen nur innerhalb des Rechtsraums gelöst werden, sonst ist Chaos nicht zu vermeiden. Dieses Virus kann sich dann weltweit ausbreiten".

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