18 Mai 2013, 13:38

Jekaterinburg begeht den 400. Jahrestag des Hauses Romanow

Jekaterinburg begeht den 400. Jahrestag des Hauses Romanow

In der Hauptstadt des Uraler föderalen Bezirkes, Jekaterinburg, begannen die Festveranstaltungen, die dem 400. Jahrestag des kaiserlichen Hauses Romanow gewidmet sind. Die wichtigsten von ihnen werden vom Vorsteher der Russisch-orthodoxen Kirche, dem Patriarchen Kyrill, geleitet, der zu einem Pastorbesuch in die Uraler Metropole gekommen ist.

Die Russisch-orthodoxe Kirche begehe dieses Jubiläumsdatum auf eine besondere Art, erzählte der Leiter des Pressedienstes des Patriarchen, der Diakon Alexander Wolkow, in einem Interview mit der STIMME RUSSLANDS:

„Die Russische Kirche hat Anfang dieses Jahres damit begonnen, den 400. Jahrestag des Hauses Romanow zu begehen. Die Veranstaltungen wurden in Moskau abgehalten, und nun ist der Patriarch nach Jekaterinburg gekommen. Wir gedenken nicht nur der Landesversammlung von 1613, nicht nur der Wahl Michail Romanows zum Zaren. Der Patriarch ist auch zu dem Ort des Untergangs, zum Ort der Erschießung des letzten Kaisers Russlands gekommen. Es ist unmöglich, die Geschichte des Hauses Romanow ohne jene Tragödie zu betrachten, die sich mit der Familie des Zaren zugetragen hat.“

Zum Aufenthaltsprogramm des Patriarchen gehört der Besuch des Klosters der erlauchten Märtyrer im Waldmassiv Gnilaja Jama, einem früheren Bergwerk, wohin die sterblichen Überreste des letzten Kaisers, Nikolaus II., dessen Gattin und ihrer Kinder sowie ihrer Diener abtransportiert und hineingeworfen wordensind. Der Patriarch Kyrill wird ein Gottesdienst im Gedenktempel des Erlösers auf dem Blut zelebrieren, das anstelle des berüchtigten Ipatjew-Hauses errichtet worden ist, in dessen Keller sie alle erschossen wurden.

Jekaterinburg wurde durch einen Erlass des Kaisers Peter des Ersten im Jahre 1723 gegründet. Seit jener Zeit haben Vertreter der Zarenfamilie, unter denen sowohl Kaiser als auch Großfürsten waren, diese Uraler Stadt gemocht und sie wiederholt besucht. Das letzte Mal geschah dies allerdings zwangsweise. Nach der Februarrevolution von 1917 und der Abdankung des letzten russischen Zaren, Nikolaus des Zweiten, wurden der ehemalige russische Kaiser und dessen Familie auf Beschluss der Provisorischen Regierung nach Tobolsk verbannt. Im April 1918 beschlossen die Bolschewiken, die an die Macht gekommen waren, die Romanows nach Jekaterinburg zu überführen, von wo aus sie, wie geplant war, nach Moskau, angeblich zu einer Gerichtsverhandlung gebracht werden sollten. Doch in die Hauptstadt gelangte der Kaiser dennoch nicht. Nach 78 Tagen seines Aufenthalts in dieser Stadt wurde er zusammen mit seiner Familie und Angehörigen ermordet. Das geschah in der Nacht zum 17. Juli 1918. In diesem Jahr jährt sich das blutige Ereignis zum 95. Male.

Ungeachtet der Tatsache, dass die Festveranstaltungen, die dem 400. Jahrestag des Hauses Romanow gewidmet sind, in Jekaterinburg erst in diesen Tagen (am 18. und 19. Mai) starten, erinnert man sich hier ständig an die erlauchten Personen, und widmet ihrem Andenken Ausstellungen, Konzerte sowie spezielle Exkursionen zu den Orten, die mit dieser kaiserlichen Familie zusammenhängen. Das wichtigste Ereignis des Jahres 2013 steht allerdings erst bevor. Jedes Jahr werden in der Stadt Mitte Juli „Zerentage“ abgehalten, die mit dem Datum der Erschießung der erlauchten Gefangenen zusammenhängen, erzählte der STIMME RUSSLANDS, Swetlana Ladina, Pressesekretärin der Jekaterinburger Eparchie:

„Den Höhepunkt wird der Gottesdienst in der Nacht zum 17. Juli in der Nähe des Tempels des Erlösers auf dem Blut und der Kreuzzug bis zur Ganina Jama bilden. Es finden sich dazu immer Zehntausende Menschen ein. Es entsteht ein Menschenstrom, der 21 Kilometer lang fließt. Klein und groß, ganz kleine Kinder und alte Omas. Doch das Gros bilden dennoch Menschen mittleren Alters und Jugendliche.“

Feierlichkeiten anlässlich des 400. Jahrestages des Hauses Romanow haben nicht nur Städte Russlands (Moskau, Sankt Petersburg, Kostroma, Wolgograd, Nischni Nowgorod und viele andere) sondern auch eine Vielzahl von anderen Ländern durchzuführen beschlossen. Zu ihnen zählen Kanada, Frankreich, Luxemburg, Großbritannien, Belgien und Italien. Alle Festveranstaltungen finden auf der staatlichen Ebene statt und werden von der Russisch-orthodoxen Kirche unterstützt.

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