18 Mai 2013, 14:54

Theater – nur das Beste und das Modernste

Theater – nur das Beste und das Modernste

Zwei Monate lang wird Moskau weltweit das Mekka der Theaterwelt sein! In der russischen Hauptstadt beginnt am 19. Mai das Internationale Tschechow-Festival. Im Programm stehen die besten Inszenierungen aus aller Welt.

Das diesjährige Festival ist bereits das elfte. Aber es existiert bereits seit 20 Jahren, und demnach ist es nur gerecht, von einem Jubiläum zu sprechen. Seine Organisatoren betonen diese Tatsache mit ihrem besonders ausgefüllten Programm und unzähligen Überraschungen. Bemerkenswert ist sogar, dass dieses Theater-Festival mit der Aufführung des Stücks „Raoul“ beginnt. Das ist die Inszenierung eines alten Freundes des Tschechow-Festivals, des Enkels von Charlie Chaplin – des französischen Mimen, Akrobaten, Tänzers und Regisseurs James Thiérrée. Sein Stück ist ein Gleichnis über die Theatergestalt Raoul, die fähig ist, sich in egal wen zu verwandeln. Raoul steht allein auf der Bühne, aber sobald er seine Zauberkiste öffnet, entsteigt ihr ein nicht enden wollender Reigen von Phantasiegestalten. Diese Inszenierung sei eine Liebeserklärung an das Theater, sagt James Thiérrée.

„Ich hoffe, dass mein Stück zur Eröffnung des Festivals wie ein Fest wahrgenommen werden wird. Als ein Fest zu Ehren der unsterblichen Erscheinung, die das Theater ist, dem es gelingt, der sich endlos verändernden Welt zu entsprechen.“

Im Unterschied zu Thiérrée tritt das Tanzensemble unter Leitung des berühmten israelischen Tänzers und Choreographen Ohad Naharin zum ersten Mal beim Tschechow-Festival auf. Es zeigt dem Publikum zwei Stücke. Beide werden sie die Zuschauer gewiss beeindrucken, meint überzeugt die israelische Botschafterin in Russland, Dorit Golender.

„Ohad Naharin ist ein völlig ungewöhnlicher Meister! Die modernen Tänze nehmen heute einen zunehmend bedeutenden Platz in der Kunst ein. Naharins Schaffen erlaubt es einem Menschen, der in seinem Leben nie einen modernen Tanz gesehen hat, unverzüglich Teilnehmer dieses Prozesses zu werden.“

Neben dem internationalen Teil dieses Festivals, in dem Kollektive aus Kanada, Portugal, Spanien, Großbritannien, Deutschland und Taiwan auftreten, weckt auch der Moskauer Teil des Programms Interesse. Es ist dem Schaffen des erst unlängst verstorbenen russischen Regisseurs Pjotr Fomenko gewidmet und besteht aus Inszenierungen dieses Meisters und seiner Schüler.

Die Inszenierungen des Tschechow-Festivals werden außer den Moskauern auch die Bürger von Sankt Petersburg, von Chanty-Mansijsk in Sibirien, von Woronesh in Mittelrussland, von Jekaterinburg im Ural, von Samara an der Wolga und ebenso von anderen russischen Städten sehen können. Wie die Organisatoren sagen, sind die Regionen glücklich, Stars der Welttheaterbühne begrüßen zu können. Schade ist nur, dass nicht überall die erforderlichen technischen Möglichkeiten existieren, um moderne Inszenierungen aufzuführen. Aber wie dem auch sei, die Anzahl der mit einbegriffenen Regionen wird immer größer. Das Tschechow-Festival sei ein Ereignis im Weltmaßstab, meint der Sonderbeauftragte des Präsidenten Russlands für die internationale kulturelle Zusammenarbeit, Michail Schwydkoj.

„Es ist sehr wichtig, dass das russische Publikum die Möglichkeit hat, sich das moderne, reale, lebendige Theater anzuschauen, und nicht das, was bereits nicht mehr auf den Theaterbühnen präsent ist. Jedes Jahr vertiefen wir uns in den Kontext des Welttheaters, in seine besten Beispiele. Und ich denke, dass Moskau, das wirklich eine Theaterhauptstadt der Welt ist, ein Festival besitzt, welches seiner Kultur und seiner Theatergeschichte würdig ist.“

Während des Tschechow-Festivals werden bis zu seinem Abschluss am 14. Juli etwa 100 Vorstellungen gegeben.

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