23 Mai 2013, 14:24

STIMME RUSSLANDS Am 25. Mai findet in Moskau eine ordentliche Versteigerung des Auktionshauses Russlands statt. Den Sammlern werden Arbeiten der herausragenden Kunstmaler des 19. und des 20. Jahrhunderts Konstantin Makowski, Wassili Polenow, Kusma Petrow-Wodkin, Konstantin Somow und Boris Kustodijew gebote.

Am Vorabend der Auktion wurde in Moskau eine Ausstellung eröffnet, nach deren Besuch man die Sammlung einschätzen kann, die versteigert werden soll. Es ist nicht gelungen, für diese Versteigerung unbedingte Meisterwerke auszuwählen, die würdig wären, ihren Platz in den Sälen der Tretjakow-Gemäldegalerie oder des Russischen Museums einzunehmen. Doch handelt es sich eher um eine Gesetzmäßigkeit für den Antiquitätenmarkt Russlands: bereits seit Jahren erzählen Kunsthändler, dass es ihnen immer schwieriger falle, größere Sachen von berühmten Malern aufzutreiben.

Allerdings werden in diesen Tagen im Gostinnyj Dwor (Gästehof) Gemälde ausgestellt, die durchaus imstande sind, in privaten Sammlungen einen Ehrenplatz einzunehmen. Als besonders interessantes Gemälde nennen die Fachkräfte des Auktionshauses das Bildnis „Bojarentochter“ von Konstantin Makowski. Formell handelt es sich um eine Vorbereitungsskizze zu einem der bedeutendsten historischen Genrewerke von Makowski, dem Gemälde „Minin auf einem Platz von Nischni Nowgorod, das Volk zum Spenden aufrufend“. Dennoch ist Alexander Galajew, Fachmann der Abteilung Antiquitäten und Kunstgegenstände des Auktionshauses Russlands, dazu geneigt, die „Bojarentochter“ als selbständiges Kunstwerk zu betrachten.

„Einerseits handelt es sich um eine Vorbereitungsarbeit zum großen, monumentalen Gemälde von Konstantin Makowski, das sich im Kunstmuseum von Nischni Nowgorod befindet“, führte Alexander Galajew in einem Interview mit der STIMME RUSSLANDS aus. “Doch andererseits vermissen wir hier das Skizzenhafte der Arbeit. Der Kunstmaler hat sich, als er dieses Bildnis schuf, voll verausgabt. Etwa 15 Jahre lang befand sich das Bild in einer Petersburger Privatsammlung. Nach langen Verhandlungen gelang es uns, den Besitzer davon zu überzeugen, es bei der Auktion auszustellen.“

Von großem Interesse ist auch die Arbeit „Unter den Lehrern“ von Wassili Dmitrijewitsch Polenow, die in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts datiert wird. 1892 nahm Polenow die Arbeit an einem Monumentalgemälde mit dem gleichen Namen auf, das heute zur Sammlung der Tretjakow-Gemäldegalerie zählt.

„Diese Arbeit Polenows hat Skizzencharakter aufzuweisen“, sagt Alexander Galajew. „Hier arbeitet der Maler die Komposition, die Anordnung der Gestalten aus, sie sind hier schemenhaft dargestellt, und er hat bereits begriffen, wie sie auf dem großen Gemälde stehen werden, das in der Tretjakow-Gemäldegalerie vertreten ist. In dieser Arbeit studiert Polenow die Beleuchtung des Raumes, in dem sich Jesus inmitten der Lehrer befindet.“

Liebhaber der Kunst des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts wird sicherlich die graphische Arbeit „Der Kommissar“ von Kusma Petrow-Wodkin interessieren, dessen Werke ziemlich selten auf öffentlichen Versteigerungen angeboten werden. Diese Arbeit gehört zur Serie, die den Menschen des revolutionären Russland gewidmet ist, einer Serie, die in seinem Schaffen einen besonderen Platz einnimmt.

Ein weiteres unbedingtes Top-Los der bevorstehenden Versteigerung wird „Flacher Torso“ von Alexander Archipenko, einem der Begründer des Kubismus in der Bildhauerei, sein. Das Schaffen dieses Künstlers ist mehr in Europa und Amerika bekannt, wo der Großteil des Lebens dieses Meisters verlaufen ist, und es wird dort auch geschätzt. Die ausgestellte Skulptur wurde in den 1960er Jahren nach einem Modell gegossen, das in der so genannten Pariser Periode (1908–1921) geschaffen worden war. In jener Zeit pflegte Archipenko näheren Umgang mit Pablo Picasso, Amedeo Modigliani und anderen herausragenden Malern von Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

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