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LAND UND LEUTE  →  Das digitale Radio in Russland und anderes

16.09.2011, 16:11
Das digitale Radio in Russland und anderes
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Das digitale Radio in Russland

Wie ist die Perspektive für die Entwicklung des Hörfunks in Russland? Wie werden sich die Interessen und Präferenzen der Hörerschaft verändern? Wie kann der Ätherfunk, ohne seine Schlüsselvorteile einzubüßen, seine Positionen in der digitalen medialen Welt des 21. Jhs. stärken? Die Antwort auf diese und andere Fragen soll auf der ersten internationalen Konferenz „Radio in der digitalen Umwelt“ verlautbart werden. Die Konferenz findet am 22. September in Moskau statt und versammelt die angesehensten Hörfunkexperten aus Russland, den USA, Großbritannien, Österreich, den Niederlanden, Australien, Irland u. a. Ländern der Welt, insgesamt über 200 Repräsentanten der größten Radio-Holdings, Sender und Forschungseinrichtungen.

„Jahreskonferenzen der Radiogemeinschaft haben in Europa und auf dem größten Rundfunkmarkt, dem von Amerika, eine ziemlich lange Tradition“, sagt Mitglied der Russischen Hörfunkakademie und Stellvertretender Leiter des Sendeunternehmens „Swesda“, Michail Ejdelman. „Wir kennen das Event „Radiotage“, das jährlich in einer der Städte Europas veranstaltet wird. Meine Kollegen und ich haben davon geträumt, dass wir früher oder später, wenn die Radioindustrie in Russland sich erst entwickelt hat, in die Lage kommen, etwas Ähnliches auszurichten. Der Radiomarkt in Russland und den GUS-Staaten entwickelt sich ziemlich stürmisch, und dieses Forum war notwendig für das Verständnis dessen, was in diesem Bereich geschieht, worauf man zu achten hat, was wesentlich ist und was nicht. Der Haken liegt darin, daß die Hörfunkbranche einen durchaus ernst zu nehmenden Wendepunkt erreicht hat, wie es die Physiker bezeichnen. Das hat mit dem Wandel der Umwelt zu tun, in der sich der herkömmliche Hörfunk befindet. Deshalb trägt die Konferenz den Titel „Radio in der digitalen Umwelt“.“

Laut dem Präsidenten der Russischen Radio-Akademie Andrej Romantschenko soll die digitale Technologie die Qualität der Sendungen verbessern.

„Vor drei Jahren wurde in Russland der Standard für den Ditigalfunk DRM übernommen. Dieser Standard wird bei dem Umstieg auf das Digitalradio für die starken Sender gelten, d. h. für den Kurz-, Land- und Mittelwellenbereich. Auf den DRM-Standard ist bereits die Stimme Rußlands mit ihren Auslandssendungen umgestiegen. Die Audioqualität dieser Aussendungen ist mit der Audioqualität im FM-Bereich vergleichbar. Deswegen wird der Umstieg der regionalen russischen Sendeunternehmen auf das digitale Format vor allem die Qualität der Aussendungen beeinflussen“, so Andrej Romantschentko.

Werden aber alle Einwohner unseres riesigen Landes die Gelegenheit haben, diese Sendungen zu hören, in Rußland gibt es ja Gegenden, die für den Rundfunk grundsätzlich kaum erreichbar sind?

„Wenn wir die Menschen vereinen wollen, die in Rußland leben, dann wird gerade der Digitalfunk es erlauben, die entlegendsten Siedlungen zielgerichteter zu erreichen, bis hin zu den sog. mobilen Siedlungen“, sagt Michail Ejdelman. „Das sind migrierende Siedlungen der Menschen, die von Ort zu Ort ziehen – auch sie bekommen die Gelegenheit, Radio zu hören.“

Die EU ist ein sehr bequemer Nachbar. Meinung von S. Karaganow

In der letzten Zeit hört man in Russland immer öfter Gespräche über das weitere Schicksal des Euro. Einige Experten sind sich sicher: die Euro-Zone ist durch nichts mehr zu retten. Die Einen prophezeien die Spaltung und den unvermeidlichen Untergang. Die Anderen meinen, daß es einen Ausweg gibt, allerdings sind dazu die finanziell problematischen Länder wie Griechenland, Portugal oder Irland aus der Euro-Zone auszuschließen.

Wie lässt sich das Problem lösen und wie kann sich die Situation rund um den Euro auf Russland auswirken? Seinen Standpunkt hat im Interview für das russische Fernsehen der Präsident des Gesellschaftsrates für Außen- und Verteidigungspolitik, Sergej Karaganow erläutert.

„Ich hoffe, dass die Europäer die erforderliche Weisheit aufbringen – was vorläufig nicht der Fall ist – um einzulenken und beispielsweise zwei Euro-Zonen einzurichten: eine Zone für die „Guten“ und eine für die „Bösen“, sowie zwei Arten der europäischen Währung. Das läßt sich machen, man kennt die entsprechenden technischen Verfahren“, betonte Karaganow.

Als die wichtigste politische Errungenschaft stufte Karaganow das friedliche Europa ein. Europa, das sich und der Menschheit in furchtbares Elend gestürzt hat – mit den zwei Weltkriegen und vordem mit noch einer Reihe von Kriegen – hat herausragende Erfolge in der Friedensstiftung erzielt – es ist ein friedlicher Kontinent, unterstrich der Experte.

„Wenn Europa plötzlich auseinanderzufallen beginnt, dann wird die Luft dünn“, ist sich Karaganow sicher. „Und in erster Linie bei uns. Jetzt sind wir möglicherweise mit einigem unzufrieden, uns missfallen die Moralpredigten und die Meinungsverschiedenheiten über Gas. Gleichzeitig haben wir im Westen einen ausgezeichneten – friedlichen und reichen Nachbarn.“

Was die Euro-Zone erwartet, wissen nicht einmal die Europäer, betonte Karaganow. Ihm zufolge werden Vorschläge zur Einrichtung von zwei Euro-Zonen verlautbart, jetzt werden aber eher die Voraussetzungen für die Ausschließung von Staaten aus der Euro-Zone geschaffen. Anlässe zur Ausschließung sind da.

„Wenn beispielsweise bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden.

Es gibt z. B. den Stabilitätspakt, laut dem kein Land ein Haushaltsdefizit von über 3% aufweisen darf. Er wurde von fast allen Ländern, insbesondere von den großen, übertreten, diesmal haben es aber südliche Staaten gemacht, und zwar ungeheuerlich, arg und rücksichtslos, sie haben faktisch jahrelang auf Kosten der fleißigeren Nordländer gelebt“, erklärte Karaganow.

Der Experte meint, daß im Falle der Einrichtung einer Zone des „schwachen Euro“ neben Griechenland auch Italien, Spanien, Portugal und sogar Frankreich in sie geraten würden, obwohl Letzteres zu den Gründerländern der Euro-Zone und der Europäischen Union gehört. Es liegt ebenfalls im „grauen Bereich“. Optimal wäre die Einteilung in die Euro-Zone und die Zone der sonstigen europäischen Währungen, wäre der Euro nicht zum Sinnbild des gemeinsamen Europas geworden.

Diese Einteilung in Zonen wird wahrscheinlich in 2-3 Jahren stattfinden, nahm der Experte an; dabei gab er zu, dass jetzt nicht die beste Zeit für beliebige Prognosen ist.

„In Amerika ist die Finanzsituation so schlecht, daß es sich genötigt sehen wird, massenweise Geldscheine zu drucken, faktisch den Dollar zu entwerten, um die eigene Schuld zu reduzieren. Auf die Europäer wird ein mächtiger Druck ausgeübt: Der Euro wird noch mehr aufgewertet, sie werden sich um die Kurspflege kümmern müssen.“

Abschließend sagte Karaganow, er wisse selbst nicht, worin er investieren soll – vielleicht in den chinesischen Yuan?

Mensch und Energie. Die russisch-deutsche wissenschaftliche Woche in Kasan

Vom 19. bis zum 24. September 2011 wird in Kasan im Rahmen des deutsch-russischen Jahres der Wissenschaft, Bildung und Innovation 2011/2012 erstmals die deutsch-russische „Woche des jungen Wissenschaftlers“ „Mensch und Energie“ ausgerichtet. Die Veranstaltung wird von dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unter dem Dach des Deutschen Hauses für Wissenschaft und Innovation (DWIH) und gemeinsam mit dem Verband Junger Wissenschaftler in Rußland organisiert.

Im Rahmen der deutsch-russischen „Woche des jungen Wissenschaftlers“ werden sich an der Föderalen Universität Kasan gut 50 Doktoranden, promovierte und habilitierte Akademiker sowie Professoren aus Rußland und Deutschland versammeln. Die Teilnehmer der Veranstaltung werden ihre Projekte und Forschungen zum interdisziplinären Thema „Mensch und Energie“ vorstellen, wobei sie sowohl globale Aspekte als auch konkrete Bereiche der deutsch-russischen Zusammenarbeit behandeln werden, insbesondere Fragen wie Energie-Management, Verfahren zur Verbesserung der Effizienz der Energieerzeugung, Energieeinsparung, Energieversorgung, erneuerbare Energiequellen, Einfluß des Klimawandels, seine politischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen. Ziel der Veranstaltung sind Erfahrungsaustausch, Anbahnung beruflicher Kontakte und Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Nachwuchswissenschaftlern beider Länder.

Neben den thematischen wissenschaftlichen Workshops werden am Rande der deutsch-russischen „Woche des jungen Wissenschaftlers“ Podiumsdiskussionen stattfinden, an denen hochgestellte Repräsentanten beider Länder als Experten teilnehmen werden. Darüber hinaus will man Präsentationen der führenden deutschen Organisationen und Stiftungen organisieren, die Aktivitäten im Bereich der Wissenschaft und Bildung unterstützen, insbesondere der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (АvH), der Freien Universität Berlin. Außerdem werden die Teilnehmer der Veranstaltung die Erfahrungen der Föderalen Universität Kasan und die Errungenschaften der Stadt Kasan im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und der Innovationen kennenlernen.


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